Der Apfelgarten

blühende Äpfel
einige der 29 Sorten blühen Ende April, die meisten stehen jedoch erst kurz vor der Blüte

Unser Apfelgarten ist klein, er hat erst 1000 Busch-Bäumchen und eine klitzekleine Streuobstwiese (13 Bäume). Wir haben 29 verschiedene Sorten gepflanzt, die zu verschiedenen Anteilen gemischt werden müssen, um bestimmte Geschmacksergebnisse erzielen. Von staubtrocken bis vollmundig fruchtig ist alles drin, je nachdem wer mit wem gären darf und wie das Jahr für die Äpfel war.

Da man nicht alles alleine machen kann, haben wir uns mit freiwilligen Mitarbeitern zusammen getan. Befruchtung und Insektenschutz überlassen wir den Experten. Bei der Bestäubung helfen uns Wildbienen (vor allem die „Rote Mauerbiene“), die wir extra angesiedelt haben und die im Winter in einem Kühlschrank in ihren Kokons bei 4 Grad Celsius überwintert. Außerdem sind aber auch noch Honigbienen da. Seit letztem Jahr kommen die Damen von der Imkerei Binder dazu.

Auf Bäumen gedeihen ja leider nicht nur Äpfel, sondern auch Raupen, Läuse und andere „Mitesser“.  Deswegen gehen wir zu Anfang des Jahres, noch vor dem Laubaustrieb, durch die Gassen und suchen die Stämme und Äste nach Raupen oder Gelegen ab. Die übersehenen Raupen holen sich die Vögel zur Aufzucht der Brut. Damit auch genug Nachfrage da ist, haben wir Nistkästen aufgehängt.

Die Abteilung Befruchtung bestehend aus Honigbienen, Wildbienen und Hummeln,  sollte natürlich das ganze Jahr über ausreichend Futter vorfinden. Dafür haben wir einen extra Streifen (5m breit war er anfangs, mittlerweile sind es 15m Breite auf 150m Länge) mit einer speziellen für Bienen und Falter wichtigen Pflanzenmischung angesät und  in den Fahrgassen mit verschiedenen Einsaaten experimentiert. Unser Ziel dabei ist es, das ganze Jahr über Blüten- und Nahrungspflanzen für die unterschiedlichsten Insekten zur Verfügung zu haben und trotzdem den Wühlmäusen unter den Bäumen keine Versteckmöglichkeiten zu bieten (obwohl: die Wühlmäuse pfeifen aufs Verstecken, sie vermehren sich einfach).  Zwischen den Extremen – Wildwuchs als Lebensraum für Tiere und mit Unkrautvernichtungsmittel frei gespritzten Böden unter den Bäumen – versuchen wir den Mittelweg zu treffen.

Neben Vögeln und Bienen leben noch Marienkäfer und Schwebfliegen in der Plantage. Sie machen sich schon zeitig im Jahr an die Blattlausernte.

Manche Bereiche im Apfelgarten werden nur einmal im Jahr, beziehungsweise gar nicht gemäht, was Lerchen, Rebhühnern und Fasanen gute Aufzucht-Bedingungen für ihren Nachwuchs gewährt. Die Ministreuobstwiese erhält an der Seite eine artenreiche Untersaat, die so zusammengestellt ist, dass bis in den Herbst hinein Blüten da sind und im Winter ihr Aufwuchs Versteckmöglichkeiten für Wild und Geflügel bietet.

Es versteht sich von selbst, dass bei uns keinerlei sogenannte Pflanzenschutzmittel  eingesetzt werden. Die ausrottende Wirkung der Neonicotinoide auf die Insektenwelt (irgendwie auch kein Wunder, was soll ein Insektizid sonst machen als Insekten töten) wurde 2013 endlich in unabhängigen Studien nachgewiesen.  Für manche Insekten-Populationen kommt diese Studie zu spät und ein Umdenken in der Landwirtschaft findet ja trotzdem nicht statt.

Wer es immer noch nicht glaubt, dass wir mit der Giftlerei auf einem Irrweg sind, kann unter dem Menüpunkt „Links“ gerne nachlesen.

 

Cidre, Cider oder Sider